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Akupunktur als Regelleistung der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV)

Nach Auswertung des Modellprojektes Akupunktur fasste der Gemeinsame Bundesausschuss am 17.04.2006 den Beschluss, Akupunkturbehandlungen mit Nadeln bei Patienten mit chronischen Rücken- oder Knieleiden als Regelleistung der GKV zuzulassen.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt erklärte dazu: "Die Anerkennung der Akupunktur durch den Gemeinsamen Bundesausschuss ist zu begrüßen. Sie erweitert den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen um eine wirksame und schonende Behandlungsmethode für Patientinnen und Patienten mit chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und des Kniegelenkes. Die Modellvorhaben der gesetzlichen Krankenkassen haben nämlich gezeigt, dass die Akupunktur bei diesen beiden Indikationen deutlich besser wirkt als die übliche Standardbehandlung mit Medikamenten oder Krankengymnastik."AKU_Figur_13

Grenzen der Akupunktur

Die Akupunktur kann sehr wirkungsvoll Schmerzen lindern, aber sie kann natürlich den Verschleiß von Gelenken nicht rückgängig machen. Bei einem Bandscheibenvorfall mit beginnender Nervenschädigung zum Beispiel, hat die chirurgische Behandlung Vorrang. Die Akupunktur hat meist dort ihre Grenzen, wo es "schulmedizinische" Methoden gibt, die notwendig, wirkungsvoll und besser sind.

Nebenwirkungen der Akupunktur

Kreislaufstörungen bei der Anwendung im Sitzen kommen gelegentlich vor, deswegen empfiehlt sich die Behandlung im Liegen. Schmerzen durch stärkere Stimulation der Nadeln treten nicht selten auf, sind aber durch ein Zurückziehen der Nadel schnell zu beheben. Zu Beginn der Behandlung ist eine kurzfristige Symptomverschlechterung "Erstverschlimmerung" möglich. Beim Ziehen der Nadel kommt es manchmal zum Austritt eines Bluttropfens, selten zu kleineren Blutergüssen. Infektionen durch die Akupunktur sind extrem selten, da grundsätzlich sterile Einmalnadeln verwendet werden. Akupunkturnadeln sind aus einem Spezialstahl gefertigt, der nicht brechen kann. Verletzungen von inneren Organen (Lunge, Rückenmark, Gallenblase, Niere) treten äußerst selten und nur bei unzureichenden anatomischen Kenntnissen oder grob-fahrlässiger Anwendung auf und stellen schwere Kunstfehler dar.

Akupunktur ist in der Praxis bei kompetenter Anwendung fast nebenwirkungsfrei.

Wie werden Akupunkteure ausgebildet?

Die ältesten ärztlichen Akupunkturgesellschaften bilden seit 50 Jahren Ärzte in Akupunktur aus. Erst seit Anfang 2000 wurde von der Ärztekammer in Westfalen-Lippe auf der Grundlage von Entwürfen renommierter Akupunkturgesellschaften ein Fortbildungsleitfaden Akupunktur erarbeitet, der sich in Deutschland zunehmend durchsetzt. Es gibt ein "Diplom A", den sogenannten Grundleistungsnachweis mit 140 Stunden Ausbildung und ein "Diplom B" auf der Grundlage des A-Diplom mit weiteren 210 Stunden Ausbildung. Wer das B-Diplom besitzt, hat eine Ausbildung mit insgesamt 350 Stunden Theorie und Praxis der Akupunktur absolviert.

Seit 2008 müssen Ärztinnen und Ärzte, die Akupunktur erbringen und mit der gesetzlichen Krankenkasse abrechenen wollen, eine Prüfung vor der Ärztekammer Nordrhein abgelegt haben. Voraussetzung zur Zulassung sind - neben der Akupunktur-Grundausbildung - auch Kentnisse in der Psychosomatischen Grundversorgung und in der Schmerztherapie (jeweils 80 Std. Fortbildung).

Teilnahme

GKV-Versicherte können unter folgenden Voraussetzungen eine Akupunkturbehandlung erhalten:

  • Sie leiden unter einer chronischen Schmerzerkrankung (LWS, Knie), welche mindestens seit 6 Monaten besteht
  • In den letzten 12 Monaten vor Behandlungsbeginn haben Sie keine Akupunkturbehandlung in Anspruch genommen
  • Der behandelnde Arzt ist von den Gesetzlichen Krankenkassen für die Akupunkturbehandlung zugelassen worden

Über die medizinische Notwendigkeit der Akupunkturbehandlung entscheidet der behandelnde Arzt im Rahmen seines Behandlungskonzeptes. GKV-Patienten haben dann Anspruch auf eine Behandlungsserie je Indikation (chronische Rücken- und/oder -Knieleiden) von 10 Sitzungen, in begründeten Ausnahmefällen bis zu 15 Sitzungen pro Jahr.

Zur Terminabsprache rufen Sie uns bitte an, oder senden eine email:
praxis@dr-schaefers.de


Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

 
 
 
 
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